das kleine Konzert - Hanseatic Women Ensemble

Hanseatic Women Ensemble
„John come kiss me now“

Hanseatische Kammermusik der Barockzeit
Werke von Dietrich Becker, Jan Adam Reincken, Thomas Baltzar, Dietrich Buxtehude, Johannes Schenck, David Petersen, Johann Valentin Meder

„John come kiss me now”

Hanseatische Kammermusik der Barockzeit

 

Johann Valentin Meder (1649-1719)​​​ Trio Chaconne

Kaspar Förster (1616-1673)​​​​ Sonata a 3

 David Petersen (1650-1737)​​​​ Sonata Nr. 5 in g-moll

Anonymous​​​​​​ Faronell’s Division upon a Ground

Dietrich Becker (1623-1679)​​​​ Sonata à 3

Thomas Baltzar (c. 1631-1663)​​​​Variationen über „John come kiss me now“

Reincken (1623-1722)​​​​​ Sonata und Suite Nr. 4

 

Die Hanseatische Liga beeinflusste die Wirtschaft und Politik der führenden Handelsstädte in Nordeuropa über vier Jahrhunderte lang, verlor aber Ende des 17. Jahrhunderts an Macht. Im Gegensatz dazu begann zu diesem Zeitpunkt das kulturelle Leben dieser Städte zu blühen, als ein Resultat einer gut etablierten Infrastruktur und dem konstanten Austausch kultureller Ideen zwischen den Städten. Die Musiker nutzten dieselben Routen wie die Handelsleute es schon Jahrzehnte zuvor taten, sei es aus Weiterbildungszwecken oder dem Wechsel zwischen mehreren Arbeitsstellen. Die attraktivsten Städte waren Lübeck und Hamburg, aber reisende Musiker trugen ebenfalls dazu bei, das musikalische Leben u.a. in Riga, Danzig und Reval (heutiges Tallinn) zu formen. Dieser klingende Austausch ebnete den Weg zu einem Schmelztiegel der Kulturen, wobei verschiedene musikalische Traditionen und Ideen mit dem starken Einfluss der sogenannten Norddeutschen Orgelschule verreint wurden. Ein Attribut stach dabei besonders heraus: der stylus phantasticus.

Dieser “Sonnenuntergang” der Hansestädte gibt einen Einblick in die Instrumentalmusik des 17. Jahrhunderts. Wo der Fokus sonst stark auf Musik für Tasteninstrumente, insbesondere der Orgel, und Vokalmusik lag, stehen hier Kompositionen für Streichinstrumente im Mittelpunkt. Obwohl die Komponisten hauptsächlich in Nordeuropa arbeiteten, vereint ihr musikalisches Schaffen die ausdruckstärksten Elemente ihrer Zeit:  den extravaganten französischen Stil, Variationen basierend auf englischen Volksmelodien, von der lutherischen Kirchenmusik beeinflusste Kammermusik-Sonaten und virtuose, italienische Violinstücke.

Die Idee für das Hanseatic Women Ensemble entstand anlässlich des „Haapsalu Early Music Festival“ in Estland. In der heutigen Besetzung spielen Eva-Maria Rusche aus Konstanz, die Kirchenmusik, Orgel und Cembalo in Lübeck, Stuttgart und Wien studierte, ebenso wie Musikwissenschaft und Geschichte. An der Viola da Gamba Rahel Klein, die Gambe und Barockcello an der Musikhochschule Trossingen studierte, ihre Studien dort in Methodik für modernes Cello vertiefte und auch als Kontrabassistin aktiv ist. Ebenfalls in Trossingen begann Laura Jörres mit dem Studium der Barockgeige, welches sie dann in Lyon und Barcelona fortführte. Dort begann die musikalische Partnerschaft mit Melissa Joesaar, die aus Estland erst in die USA nach Texas zum Studium der modernen Geige ging, um anschließend ebenfalls in Barcelona sich der Barockvioline zu widmen. 

Alle vier Musikerinnen sind mit Begeisterung als Unterrichtende tätig in diversen Musikschulen in der Umgebung bzw. in der Heimat. Dort können sie ihr Interesse für alle Werke, die die Barockzeit bietet gemeinsam mit klassischer, romantischer und modernen Literatur bis hin zu Jazz- und Folkeinflüssen an junge Musikerinnen und Musiker weitergeben.

 

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